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Wissen ist Macht.

Richtig gut schreiben: So legen Sie sich einen Wort-Schatz zu

Geht Ihnen ein Wort nicht mehr aus dem Sinn, so schreiben Sie es auf. Damit bauen Sie eine einzigartige Sammlung für Ihre Texte auf, aus der Sie immer wieder schöpfen können.

gelöschter Benutzer

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Kennen Sie das, es fliegt Ihnen ein Wort zu, das Ihnen nicht mehr aus dem Kopf gehen will? Sie stolpern über einen treffenden Ausdruck, den sie ewig nicht mehr gehört haben? Vielleicht lesen Sie ja auch etwas in der Zeitung, auf einem Webeplakat oder der Menütafel vor dem Gasthaus, das Ihnen ein „Aha“, ein Grinsen, ein Stirnrunzeln entlockt? Oder Sie hören einen Song, dessen Wortmelodie Sie nicht mehr loslässt. Genau diese Wörter, Sätze, Zeilen sollten Sie unbedingt aufschreiben. – Sie werden sie noch brauchen.

DSC00495.pngIch führe mehrere Notizbücher parallel, doch für meine Stilsammlung habe ich ein ganz besonderes: Es ist ein Geschenk aus Nanjing, in Seide gebunden, mit goldenen Drachen und rankenden Rosen verziert. Dort bewahre ich Wörter und Sätze auf, die mir zufliegen, um sie bei Bedarf hervorzuholen. Ich mag es, im Notizbuch zu blättern, meinen Wort-Schatz zu sichten, meine Klaue zu entziffern. Alte Schule eben. Man kann Wörter freilich auch digital sammeln, auf Evernote in der Cloud ablegen oder ins Handy tippen.

Meine Sammlung ist eine unorganisierte Mischung aus Wörtern und Begriffen, die mir spontan einfallen, die ich vielleicht aus einem Gespräch mitnehme oder unterwegs irgendwo aufgeschnappt habe. Das kann ein treffender Ausdruck sein oder auch ein nichtssagender, denn sogar den brauche ich ab und an, zumal das falsche Wort zum richtigen führen kann.

Ein paar aktuelle Einträge:

- Sie ist die Sachbearbeiterin ihres Lebens.

- Traumwelle

- Defizitanalyse

- olympische Launen

- eine epische Erzählung von Gewinn und Verlust

- Auskenner – mit der Anmerkung „inflationär“ daneben. Denn dieser Begriff ist mir als Synonym für Experte zuletzt recht oft unterkommen. Ich habe ihn notiert, um ihn zu meiden.

Und dann steht da ein Satz, den man so oder so ähnlich immer wieder liest und mit dem man seine Leser garantiert langweilt: Das digitale Zeitalter verändert unser Leben mit rasender Geschwindigkeit. – Echt jetzt? No na ned.

Ich schreibe die Wörter auf, so wie sie zu mir kommen. Mehr System ist nicht. Es funktioniert. Für mich.

So stöbere ich immer wieder in meinem Notizbuch auf der Suche nach dem zündenden Funken für einen Einstieg oder einen Titel. Manchmal bin ich mir sicher, dass das Wort, nach dem ich suche, dort ist; oft genug hoffe ich bloß, fündig zu werden.

Und mit etwas Glück entwickeln diese Einträge gerade in ihrer willkürlichen Kombination eine Eigendynamik und liefern eine ganz neue Idee zutage, inspirieren zu einer Wortkreation, die da gar nicht steht, verleihen meinem Text den letzten Schliff.

Dr. Ruth Reitmeier
Autorin & Trainerin

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