Wir verwenden Cookies, um unsere Webseite für Sie möglichst benutzerfreundlich zu gestalten. Durch die Nutzung dieser Website akzeptieren Sie den Einsatz unserer Cookies. Datenschutzerklärung

Sei ein gelernter und werde zum Nukolartechniker.

Richtig gut schreiben: So fesseln Sie Ihre Leser

Wer seinen Text stark beginnt, steigert die Chancen, gelesen zu werden. Ein gelungener erster Satz zieht aber nicht nur den Leser in den Text, sondern er hilft auch dem Autor, beim Thema zu bleiben.

gelöschter Benutzer

Blog

Viel ist über den ersten Satz geschrieben worden. Ist er gut, so wird auch der zweite gelesen. Das ist die Essenz der Theorien zur Bedeutung des ersten Satzes, die sich zumeist auf die Literatur konzentrieren, tatsächlich aber für jeden Text gelten, der gelesen werden will.

Auch im Berufsleben werden Kollegen, Chefs und Kunden Texte eher lesen, die gut geschrieben sind. Und selbst Leser wissenschaftlicher Arbeiten sind erleichtert, wenn ihnen nicht schon beim Vorwort die Füße einschlafen.

Ein gelungener erster Satz packt den Leser und zieht ihn in den Text hinein, indem er Spannung erzeugt, irritiert, überrascht. Und darum geht es schließlich. Denn wer schreibt, will vor allem eines: gelesen werden.

Den Leser zu fesseln, ist wichtiger denn je. Nie zuvor wurde mehr geschrieben als heute. Die ersten Worte entscheiden darüber, ob jemand die Aufmerksamkeit aufbringt, weiterzulesen oder wegklickt. Es gibt (zu) viele Regeln zum ersten Satz, doch die wichtigste lautet: Kürzer ist besser.

Der Sprachkritiker Wolf Schneider zitiert in seinem Buch „Deutsch für junge Profis“ US-Nobelpreisträger Paul Krugman, der 2009 von einer Studienreise durch China zurückgekehrt, sein Resümee in der New York Times mit den Worten eröffnet:

„Ich habe die Zukunft gesehen, und sie wird nicht funktionieren.“ – Spätestens dann ist der Zeitungsleser munter, bekommt er doch komplexe wirtschaftliche und politische Zusammenhänge auf den Punkt gebracht serviert.

Das funktioniert nicht nur im Zeitungsartikel oder Roman, ein gelungener Einstieg wertet jeden Text auf, ganz gleich ob Email, Präsentation oder Blogeintrag. Um ein Beispiel zu geben, so begann einer meiner Trainees einen Post auf LinkedIn: „Ich trank meinen ersten Kaffee und las den Nachruf auf meine Branche.“ – Wer da nicht weiterliest, ist selbst schuld. Es überrascht wenig, dass dieser Beitrag sein bisher erfolgreichster ist, der noch Wochen nach der Veröffentlichung gelesen, „geliked“ und kommentiert wurde.

Ein spannender Auftakt zieht jedoch nicht nur den Leser in den Bann, sondern auch den Autor selbst. Der Schreiber legt mit dem griffigen Einstieg zugleich den Grundstein für sein Werk, der ihn daran erinnert, worum es ihm geht. Sein erster Satz diszipliniert ihn, auf Kurs zu bleiben, nicht von Thema abzuschweifen, schlüssig zu argumentieren. – Bis zum Ende.

Hier geht  es zum 

Dr. Ruth Reitmeier
Autorin & Trainerin

ähnliche Themen